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DAS WESEN GOTTES von Robert Schmid
Um das Wesen Gottes zu bestimmen, müssen einige Grundregeln aufgestellt werden. Gott definiert sich selbst als der ,,Ich bin”. Diese Erklärung steht im Gegensatz zu ,,Ich war” und ,,Ich werde sein”, auch wenn diese Aussagen für Gott ebenso zutreffen würden.
Die Beschreibung ,,Ich bin” drückt eine beständige, vollkommene, gegenwärtige Gegebenheit aus, das heiβt, sie bestimmt einen Zustand des Nicht-abhängig-Seins von Zeit und Raum. Zeit und Raum sind offensichtlich Gegebenheiten, die von Gott geschaffen wurden, und Gott ist daher nicht abhängig von ihnen, auβer dass Er Sich Zeit und Raum freiwillig für einen zeitweiligen Zweck unterwirft.
Wenn wir Gottes Wort erwägen, die Bibel, werden wir finden, dass sie für die Menschen geschrieben ist, eine materielle Schöpfung, die den physikalischen Bedingungen von Zeit und Raum unterworfen ist. Und doch, verstreut durch die Bibel finden sich Hinweise auf die geistige Dimension, welche Zeit und Raum nicht unterworfen ist.
Als zum Beispiel Jesus sagte: ,,Ehe denn Abraham ward, bin ich”, gibt Er eine Erklärung über ZEIT ab, “bevor es Abraham gab”, aber Er gibt auch eine Erklärung ab, die NICHT von ZEIT handelt, “bin ich” (Johannes 8:58).
In anderen Worten, während wir das Wort Gottes lessen und es erwägen, müssen wir uns dessen bewusst sein, dass die Bibel meistenteils für, an und über Menschen geschrieben ist, die ja von Zeit und Raum abhängig sind. Und doch enthüllt uns Gott die Tatsache, dass es eine geistige Dimension gibt, in welcher Er den Vorsitz führt und in die einzugehen Er uns vorbereitet, wenn (die materiellen Gröβen) Zeit und Raum nicht mehr existieren werden, für diejenigen, welche Geistwesen geworden sind (ob oder nicht es geistige Zeit und geistigen Raum gibt, ist eine Angelegenheit von Vermutungen und wird daher nicht angesprochen).
Wir sind alle vertraut mit den zwei Anfängen in der Bibel, Gen. 1:1 und Johannes 1:1. Im Buch Genesis 1:1 steht: ,,Am Anfang war Gott”. Das Wort ,,Gott” ist in der deutschen Sprache offenkundig eine Einzahl. In keiner Űbersetzung oder auch in keiner anderen Sprache heiβt es: ,,Am Anfang waren Götter”, und doch kann das Wort Elohim in der hebräischen Sprache sowohl eine Einzahl- als auch eine Mehrzahlbedeutung haben, je nach dem Zusammenhang. Hätte es jedoch jemals zwei göttliche Wesen gegeben, so wäre Gott wohl imstande gewesen, dies in Gen. 1:1 zum Ausdruck zu bringen und klar werden zu lassen – er hat es aber nicht getan.
Sehen wir uns nun Johannes 1:1 an; ,,Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott”. Spricht dieser Vers von EINEM oder Zwei Göttern? Er spricht ganz klar von EINEM Gott (Gott und Sein Wort sind EIN Gott, genau so wie Sie und Ihr Wort EIN Sie sind). Und doch, wieder einmal läβt der Vers die Tür offen für eine mögliche Zweiheit, d.h., das ,,Wort” und ,,Gott”.
Bedenken Sie nun den Bericht über die Schöpfung in Gen. 1:29, wo Gott sich ganz klar auf sich selbst in der Einzahl bezieht, wenn Er sagt: ,,Ich habe euch gegeben.....” (nicht ...wir haben euch gegeben), jedoch wieder einmal kommt eine Zweiheit und Mehrzahl zum Ausdruck in Gen. 1:26, wo Gott sagt: ,,Laβt UNS einen Menschen schaffen …” Warum die gemischten Botschaften? Gott ist offensichtlich wohl imstande, eine Gegebenheit klar und unzweideutig auszudrücken, so wie Er es im Neuen Testament getan hat, wo es ganz klar zwei Gottwesen gibt – den Vater und den Sohn.
Lassen Sie uns annehmen, zum Zwecke dieser Diskussion, dass es durch alle Ewigkeit hindurch tatsächlich, nur ein göttliches Wesen gegeben hat und nicht zwei, wie die Kirchen Gottes es traditionell gelehrt haben und dies immer noch tun. Wenn man die Zeit ins Auge fasst, wie Gott dies in aller Regel tut, wenn Er den Menschen schreibt und mit ihnen umgeht, dann gab e seinmal eine Zeit, als es nur EIN göttliches Wesen gab, das nach einer angemessenen Zeit Sich selbst reproduziert hat durch Sein Wort, das Sein Sohn WURDE. Wenn man es sich jedoch aus Gottes Blickwinkel betrachtet, der sich nicht in der Zeit befindet, dann hat die Zweiheit des Vaters und des Sohnes, d.h., ZWEI göttliche Wesen (möglicherweise) immer schon existiert. Dies mag schwer zu akzeptieren und zu verstehen sein, aber die Bibel ist schlieβlich und hauptsächlich ein Buch des Glaubens und nicht ein Buch zum Verstehen der geistigen Dimension. Gott sagt uns ganz klar, dass wir die geistige Dimension jetzt nur durch ein Glas schemenhaft erkennen. In unserer körperlichen Gegebenheit können wir die geistige Dimension nicht durchschauen und begreifen; darum spricht Gott zu uns in erster Linie aus der körperlichen Dimension von Zeit und Raum.
Andererseits hat Gott gesagt, wir würden Ihn erkennen, in welchem Maβe immer möglich und notwendig, an den Dingen, die Er geschaffen hat. Die Vorstellung von der Einzelzelle, die sich vervielfacht, ist in der Naturwissenschaft wohl etabliert. Die Vorstellung vom einen Gott, der durch Sein Wort und die Kraft seines Heiligen Geistes sich selbst vervielfältigt, ist, wie ich glaube, auch wohl etabliert in Seinem Wort. Nach der Schöpfungsordnung, ist Geburt immer ein Anfang (es gibt kein Vorher-bereits-Dagewesen-Sein), so wie der Tod immer ein Ende ist (nicht das Leben im Himmel, der Hölle oder im Fegefeuer).
Schriften wie Psalm 110:1; Johannes 17:5; Johannes 8:58; 1Korintherbrief 10:4 usw., die als Beweis angeboten werden für zwei göttliche Wesen, sind so biblisch wie jede andere Schrift, aber sie müssen im Zusammenhang entweder von ,,zu einer Zeit” oder von ,,zu keiner Zeit gesehen werden ”. Jegliche Diskussion über das Wesen Gottes muss entweder vom Blickwinkel der Menschen oder von Gottes Blickwinkel aus geschehen. Den Unterschied nicht zu beachten, wird zur Ursache von Zwist in der Bibelauslegung, und von unötiger Spaltung in Kirchenorganisationen, Familien und zwischen Einzelpersonen.
Schaut man sich das Thema vom Standpunkt des Menschen aus an, d.h., vom Gesichtspunkt der Zeit aus, dann enthüllt Gott sich selbst ganz klar als der EINE wahre Gott ,,Yahweh Elohim”, der Eine ,,Herrgott”, der auf wunderbare Weise (eine Angelegenheit des Glaubens, nicht des Verstehens) nimmt Sein Wort über die Vermittlung Seines Heiligen Geistes, und macht, dass sein Wort Fleisch/Mensch wurde durch Zeugung (nicht durch Zeugung UND Fleischwerdung), so dass es jetzt ganz klar ZWEI Göttliche Wesen gibt, Gott den Vater und den Sohn Gottes - die EINE Gottesfamilie.
Der EINE Gott, Yahweh Elohim, hat sich selbst reproduziert, indem Er etwas von Sich selbst – etwas von innen drin - Sein Wort nahm und es zu einem Menschen werden lieβ (durch seine Ehefrau – Israel/Maria), um zu leben, zu leiden, zu sterben und wieder aufzuerstehen und um wieder zu Gott zurückzukehren und zur vollkommenen Einheit, die das Wort und Gott hatten, bevor das Wort Fleisch wurde.
Der Unterschied zwischen dem Menschen und Jesus Christus ist, dass der Mensch, das ist Adam, von Gott geschaffen wurde, während das Wort Gottes un-erschaffen war, etwas von Gott selbst, etwas, das schon immer mit Gott war und daher Gott war und ist.
Der Vorgang der Selbstreproduktion Gottes setzt sich über den Menschen fort, der geboren wird, lebt, büβt, leidet, stirbt und wieder aufersteht und dadurch zu dem wird, was Gott ist - Gott.
Der Grund, warum es keinen direkten Bezug gibt zu entweder ,,Jesus,” ,,Jesus Christus,” ,,Gottvater,” ,,Gottes Sohn” oder ,,der Familie Gottes” im Alten Testament, ist, dass es für Menschen mit ihrer zeitlichen Existenz geschrieben wurde. Gott wurde nicht ein (wahrhaftiger) Vater, und das Wort wurde nicht ein (wortwörtlicher) Sohn, bis ,,die Zeit zur Erfüllung”gelangt war (Galater 4:4).
Für die Menschheit gelangte Jesus Christus nicht zur Existenz, bis Er vor 2000 Jahren geboren wurde. Natürlich gibt es viele prophetische Bezüge auf Jesus Christus im Alten Testament, gerade so wie es Voraussagungen gibt für die Wiederauferstehungen und das Königreich Gottes, wo wir alle verstehen, dass diese Ereignisse noch in zukünftigen Zeiten vor uns liegen.
Andererseits, von Gottes Standpunkt aus gesehen (und in einem begrenzten Maβe sogar nach der Auffassung eines Menschen – für jene, die vom Heiligen Geist geleitet werden), war Jesus Christus bereits seit Ewigkeiten da. Aber wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass es von einem Geheimnis umgeben ist, das wir nicht vollkommen verstehen werden, bis wir sind, was Gott ist – ein Geistwesen.
In der Zwischenzeit lässt er es uns angelegen sein, Gott in erster Linie aus dem Blickwinkel des Menschen zu sehen – im Zeitlichen, einfach weil dies der hauptsächliche Weg ist, wie Gott sich durch sein Wort – der Bibel enthüllt hat. Darum hat Gott, nicht der Mensch, die Geschichte der Menschheit eingeteilt in vor Christus (BC), als es Jesus noch nicht gab, und in nach Christus (AD), als es Jesus gab. Alle Weissagungen über den kommenden Messias im Alten Testament, wiesen voraus auf das wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit, das Herannahen, d.h., die GEBURT, des Gottessohnes. Die (falsche) Doktrin des Vorher-bereits-Dagewesen-Seins macht das Ereignis nur zu einer Farce. Der Jesus, welcher als Jesus existierte, bevor er als Jesus geboren wurde, ist ein falscher Jesus, der uns nicht Vorbild sein kann, es sei denn, SIE hätten auch existiert, bevor Sie geboren wurden. Ich hoffe, das ist nicht der Fall!
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